Verfeinere deine Wahrnehmung und schicke deinen Kopf in Urlaub

Gerade jetzt stecken wir in einer Zeit des Umbruches, so wie wir ihn bisher noch nicht gekannt haben.

Wir sind im Moment so mit Nachrichten und Verhaltensregeln beschäftigt, dass viele Menschen gar keinen Bezug mehr zu sich und ihren Gefühlen haben. Ich beobachte an vielen Menschen, dass sie in einer Art Schockstarre hängen, Ängste entwickelt haben oder sich einfach nur unwohl fühlen.

Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie mich Nachrichten aus dem „Wischkästchen“ beunruhigen können, mein Herz dadurch eng wird und ungute Gedanken in mir hochsteigen.

Es ist gut, wenn wir trotz unserer inneren Beunruhigung den Boden nicht unter den Füßen verlieren. Er trägt uns jeden Tag und er ist immer noch da.
Umso wichtiger ist es, sich täglich seine eigene Lebendigkeit zurückzuholen. Offenzubleiben für das eigene Mitgefühl zu sich selbst und den anderen Menschen. Mit Abstand betrachtet, begegnet uns das Gute und Schöne immer im gegenwärtigen Moment. Diese innere Haltung erfordert eine klare Ausrichtung und will geübt werden.
 

Meine Übung für dich

Ich habe mir überlegt, wie ich dich ermuntern kann, eine Übung auszuprobieren, die vielleicht neu für dich ist.
 
Eine Übung, mit der du deine Wahrnehmung für dich schärfen kannst, sodass du für dich ein gutes, starkes und getragenes Gefühl entwickelst.
 
Ich lade dich zu einem täglichen Spaziergang ein. Gehe mindestens 15 Minuten aus deinem Haus in die Natur oder um deinen Wohnblock herum.
 
Gehe in einem langsamen Tempo und bewege dich bewusst achtsam. Bleibe bitte nicht stehen, sondern bleibe immer in Bewegung. Nach Möglichkeit spreche bitte mit keiner anderen Person, damit du bei dir und deiner Achtsamkeit bleiben kannst.
 
Beobachte dich und deine Aufmerksamkeit. Wo bleibst du mit deiner Aufmerksamkeit hängen? Was bemerkst du mit deinen Sinnen?
 
  • Geräusche
  • Gerüche
  • Geschmack
  • Gegenstände
  • Der Untergrund, auf dem du läufst

Nehme dies alles ohne jegliche Wertung war. Nehme alles bewusst war ohne es vom Kopf zu kommentieren und bleibe in Bewegung.

Der Sinn dieser Übung besteht darin, dass du ganz bewusst deine Wahrnehmung deiner Sinne schulst und dir gedankliche Pausen in deinem Gehirn erschaffst. Dein Kopf wird anfangen sich zu entspannen und das ständige Gedankenkreisen wird dadurch unterbrochen. Sobald der Kopf anfängt sich zu entspannen, wird dein Körper sich ebenfalls entspannen und du bekommst Zugang zu deinen Gefühlen.

Diese Übung kannst du erweitern und dabei wie in einem Spiel vorgehen. Du kannst dich bei deinem täglichen Spaziergang auf einen Sinneskanal fokussieren. So könnten deine Fragen lauten:

  • Welche Formen nehme ich wahr? (Kreise, Dreiecke….)
  • Welche Farben sehe ich?
  • Welche Geräusche höre ich? Aus welcher Richtung kommen sie? Sind sie laut oder leise?
  • Wie fühlt sich meine Umgebung an? Wie fühlt sich das Blatt am Baum an? Wie fühlt sich der Stamm vom Baum an? Wie fühlt sich der Untergrund an, auf dem ich gehe?
  • Was rieche ich? Wie riecht es? Wie riecht heute meine Umgebung?
  • Was schmecke ich?

Betrachte diese Übung bitte als Spiel und gehe mit Leichtigkeit vor. Vielleicht magst du dir nach deinem Spaziergang deine eigenen Beobachtungen und Gefühle in einem Buch aufschreiben. 

Ich wünsche dir ganz viel Freude bei dieser Übung.