Wie du mit einer Eieruhr deine herum hüpfenden Gedanken zähmst

Ich habe vor ungefähr sechs Jahren einen Artikel gelesen, der sich mit dem Thema Aufräumen und Ausmisten der Wohnung befasste. Darin stand eine Übung, die ich schon oft für mich angewendet habe, die mich jedes mal aufs Neue begeistert und mein inneres Kind zum Jubeln bringt. Gerne möchte ich dich daran teilhaben lassen.

Du stellst dir eine Eieruhr und stellst die Zeit auf 15 Minuten ein. Dann startest du in irgendeinem Raum deiner Wahl und fängst an Ordnung zu machen. Was gehört nicht in diesen Raum? Sammle die Gegenstände ein und bringe sie an Ort und Stelle.

Ein Beispiel: Du sammelst die herumliegende Wäsche im Kinderzimmer ein und bringst sie in den Wäschekorb. Du gehst aber nicht zur Waschmaschine und machst sie an! Du gehst ins Kinderzimmer zurück und machst weiter Ordnung. Die Uhr klingelt und du verlässt den Raum.

Du stellst die Eieruhr wieder auf 15 Minuten und gehst in die Küche. Dort beginnst du Ordnung zu machen. Konzentriere dich dabei auf eine Sache, nicht auf alles gleichzeitig. D. h. du machst z. B. die Arbeitsflächen sauber, beginnst aber nicht einen Schrank auszuräumen.

Nach weiteren 15 Minuten gehst du ins Bad, Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Schlafzimmer. Sind 45 Minuten geschafft, machst du 15 Minuten Pause. Nach der Pause beginnst du eine zweite Runde (3 x 15 Minuten) und fängst wieder im Kinderzimmer an.

Was bringt dir diese Vorgehensweise?

Du lernst dich ganz konkret auf eine Aufgabe zu fokussieren. Gleichzeitig bemerkst du, dass du in der relativ kurzen Zeit, ganz viel erledigst und eine innere Struktur für dich erschaffst.

Was hat diese Aufräumübung mit deinen Gedanken zu tun?

Wissenschaftler haben bewiesen, dass wir täglich bis an die 90.000 Gedanken in unserem Kopf haben! Eine Zahl, die ich mir schwer vorstellen kann. Was glaubst du, wie viele unserer Gedanken fürsorglich, wohlwollend und positiv formuliert sind? Wenn wir nicht gewohnt sind auf unsere Gedanken zu achten, rennen wir inneren Antreibern hinterher, wiederholen gebetsmühlenartig Gedanken aus der Vergangenheit, die schon längst vorbei sind oder machen uns Sorgen um eine mögliche Zukunft, die noch gar nicht eingetreten ist. Wir blockieren uns in Gedanken, ohne es bewusst zu bemerken.

Nebenbei können wir den Fokus verlieren, sodass wir gar nicht mehr wissen, was und wohin wir wollen. Es ist sozusagen eine Art geistige Unordnung im Kopf entstanden. Diese ist nicht äußerlich sichtbar, eine unaufgeräumte Wohnung dagegen schon.

Wo sind deine Ablenkungen in deinem Alltag?

Du willst endlich für die bevorstehende Prüfung lernen? Aber du checkst noch schnell deine E-Mails.

Du willst endlich das schwierige Projekt für deine Arbeit beginnen? Aber vorher rufst du schnell noch den Arbeitskollegen an.

Du willst endlich die Struktur für eine Masterarbeit festlegen? Aber du schaust schnell noch auf deinem Handy nach, ob noch Nachrichten eingegangen sind.

Alle Beispiele haben eines gemeinsam: Du machst wahrscheinlich alles andere, aber nicht das, was du dir vorgenommen hast. Du startest mit einer Aktivität, lässt dich aber vom Handy, Telefonaten, den ungeputzten Fenstern oder deinen inneren Gedanken ablenken. Kennst du solche Situationen?

Wie du deine innere Ordnung in deinen Gedanken herstellen kannst

Ich lade dich ein, die nächsten drei Wochen diese Übung zu probieren:

Du stellst dir die Eieruhr auf 15 Minuten und beginnst z. B. mit der Strukturierung für deine Masterarbeit. Du beschäftigst dich in dieser Zeit nur mit dieser Aufgabe. Sollten ablenkende Gedanken kommen, dann sage dir innerlich, ich widme mich diesen Gedanken in meiner Pause. Du lässt deinen Fokus bei deiner selbstgewählten Aufgabe.

Die Eieruhr läutet und nun hast du die Wahl:

  • 5 Minuten Pause und tiefes Atmen und Bewegung
  • Du bist im Flow, in deinem Tun und brauchst keine Pause? Dann stellst du die Uhr sofort auf 15 Minuten und bleibst über deiner Aufgabe

Die Eieruhr läutet ein zweites Mal. Pause oder weitermachen? Du beginnst eine dritte Runde mit 15 Minuten. Geschafft!

Jetzt machst du bewusst 15 Minuten Pause. Jetzt kannst du deinen anderen Gedanken nachgehen, die sich dir gezeigt haben und die dich ablenken wollten. Nach der 15 minütigen Pause beginnst du eine zweite Runde von jeweils 3 x 15 Minuten.

Was glaubst du, was für dich aus dieser Übung entstehen kann?

  • du wirst bemerken, wie viel du in zwei Runden erledigen kannst
  • du wirst dir deiner Gedanken bewusster
  • du lernst deinen Fokus zu halten und zu stärken
  • du lernst mit Störungen um zu gehen und diese richtig einzuordnen
  • du lernst dich besser zu strukturieren und deine Energie zu bündeln
  • du lernst bewusst Pausen zu machen. Diese sind wichtig für deine Regeneration

Der Eieruhrentrick ist einer meiner Lieblingsübungen, die ich immer wieder gerne spielerisch und mit Freude durchführe. Dieser Artikel ist genau mit dieser Methode entstanden. Hast du Lust diese Übung auszuprobieren?

Ich würde mich freuen, wenn du diese Übung für dich umsetzt. Ob beim Aufräumen oder in deinem Beruf, teste es für dich und lass dich überraschen, was daraus für dich entstehen kann.

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