In meinen letzten Artikeln habe ich über die Fragen „Wer bin ich?“ und über die „Erinnerung an das Licht in uns“ geschrieben.
Diese Gedanken führen mich zu einer noch viel größeren Frage:
Wer oder was ist Gott?
Ich glaube zutiefst daran, dass sich jeder Mensch irgendwann im Laufe seines Lebens, sich diese Frage stellt, bewusst oder unbewusst. Irgendwo läuft sie im Hintergrund mit. Vielleicht sucht jeder von uns auf seine eigene Weise nach einer Antwort.
Mich begleitet diese Frage seit meiner Kindheit.
Ich erinnere mich an eine Szene in der Küche meiner Eltern. Nach dem Mittagessen stand ich mit meiner Mutter dort und half ihr beim Abwasch. Dabei hörten wir im Radio eine Kindersendung. Ich war noch sehr klein und wahrscheinlich noch nicht einmal in der Schule.
Irgendwann stellte ich meiner Mutter Fragen wie diese:
- Wer ist Gott?
- Wie kann es sein, dass Gott ewig lebt?
- Wenn er ewig lebt, muss er dann nicht irgendwann geboren sein?
Das war meine kindliche Logik. Gerade die Frage, ob Gott geboren worden sein musste, beschäftigte mich sehr. Denn dann, so dachte ich, müsste Gott ja inzwischen steinalt sein.
Meine Mutter hatte keine Antworten. Ich löcherte sie mit meinen Fragen und bin ihr bis heute dankbar für ihre Geduld.
Die Frage, die geblieben ist
Habe ich heute, Jahrzehnte später, eine Antwort? Nein. Dabei habe ich vieles ausprobiert: schamanische Reisen, lange Zen-Retreats, Meditationen und vieles mehr. Eine endgültige Antwort habe ich nicht gefunden. Die Frage ist geblieben. Sie hat mich nie losgelassen. Und tatsächlich werde ich nicht müde, ihr nachzugehen.
Ich behaupte sogar, dass jeder Mensch für sich nach einer Antwort sucht und sie auf seine ganz eigene Weise findet.
Ob wir Gott, Licht, Quelle, Bewusstsein oder Seelenlicht sagen, spielt für mich dabei eine untergeordnete Rolle. Hinter all diesen Begriffen scheint dieselbe Sehnsucht zu stehen:
Die Sehnsucht zu verstehen, wer wir sind und woher wir kommen.
Mein Wirken in Worten
Durch meine letzten beiden Blogartikel habe ich mich noch einmal ganz bewusst mit dem Begriff Gott auseinandergesetzt. Dazu kommt, dass ich zurzeit viel im Kurs in Wundern lese und seine Gedanken auf mich wirken lasse.
So ist die Frage „Wer oder was ist Gott?“ wie ein roter Faden, der sich durch mein Leben zieht. Sie ist wie ein innerer Motor, der mich antreibt. Mir wird bewusst, wie sehr diese Frage mein gesamtes Schreiben begleitet.
Mir ist klar geworden, dass meine Seelenklangimpulse und Geschichten von dieser Frage geprägt ist.
Manchmal höre ich Worte. Manchmal zeigen sich mir in der Meditation Bilder, die sich um den Gottesfunken in uns bewegen.
Meine Worte sind Annäherungen.
Sie sind der Versuch, etwas auszudrücken, das sich vielleicht niemals vollständig in Worte fassen lässt. Sie sind Einladungen an dich. Einladungen, in diese Worte einzutauchen und für einen Moment hinter die Worte zu lauschen. Dorthin, wo die Worte enden und etwas anderes beginnt.
Wenn meine Texte dich inspirieren, dir eine neue Perspektive schenken oder für einen Augenblick eine Tür öffnen, dann freue ich mich.
Vielleicht erinnern wir uns dabei gemeinsam an etwas, das größer ist als wir selbst und gleichzeitig doch wir selbst sind.

